Quartier am Kaponier

Projektentwicklung eines neuen urbanen Mittelpunktes in der Innenstadt von Vechta

Ort

Vechta

Zeitraum

2026

Leistungen

Konzeptvergabeverfahren

Zusammen mit unseren Partnern ECO.PLAN und wbp Freiraumplanung haben wir für die Neugestaltung des Neuen Marktes in Vechta ein Konzept für einen Innenstadtkomplex mit Einzelhandel, Gastronomie, Wohnen und Dienstleistungen entwickelt.

Abgeleitet aus der historischen Struktur Vechtas, entsteht ein neuer urbaner Mittelpunkt, der Stadtraum, Freiraum, Mobilität und Klimaschutz zu einem zukunftsfähigen Quartier verbindet. „Quartier am Kaponier“ – verankert in der Geschichte Vechtas, ausgerichtet auf die Anforderungen der Zukunft.

© Henke Siassi Evers Architektur

Pläne

© Henke Siassi Evers Architektur

Ortsbezogen. Verbindend. Differenziert.

STÄDTEBAULICHE LEITIDEE
Aus der historischen Struktur des Stadtzentrums entsteht am Übergang zwischen Neuem Markt, Kaponier und Innenstadt ein identitätsstiftender Stadtbaustein. Der neue urbane Ort stärkt das innerstädtische Gefüge, nimmt die Qualitäten des Bestandes auf und setzt zugleich neue räumliche Impulse.Die charakteristische kleinteilige Parzellen- und Fassadenstruktur Vechtas wird in eine zeitgemäße Architektursprache übersetzt. Die gegliederte Kubatur schafft ein harmonisches, maßstäbliches Gesamtbild mit differenzierten Fassaden. Typische Motive wie schmale Gassen, Zäsuren, Zwerchgiebel und Fensterformen werden neu interpretiert. Architektur und Geometrie reagieren eigenständig auf die Lage am Kaponier. Der entstehende urbane Freiraum verbindet Innenstadt, Grünraum und historisches Bauwerk.

STADTRAUM UND FREIRAUM
Eine neue Quartiersmitte in Form eines multifunktionalen Stadtplatzes bietet Raum für Aufenthalt, Begegnung und Veranstaltungen und stärkt die soziale und funktionale Vernetzung der Innenstadt. Die Gebäudekubatur lenkt den Blick auf den Kaponier und macht dessen stadtgeschichtliche Bedeutung erlebbar. Gastronomie- und Aufenthaltsbereiche an der Südseite beleben den Platz dauerhaft. Die Grünstrukturen entlang des Wasserlaufes werden integriert und weiterentwickelt. Das vorhandene Gefälle bindet den Nepomukgraben durch differenzierte Abtreppungen stärker in den Stadtraum ein. Die Steinblöcke am Europabrunnen werden entfernt und die Fläche barrierefrei mit der südlichen Bebauung verknüpft. Stadtplatz, Grünraum und Wasserkante bilden eine zusammenhängende Freiraumsequenz. Sie stärkt die Verbindung von Natur- und Stadtraum und macht die historische Besonderheit des Ortes zum Bestandteil des öffentlichen Raumes.

ENERGIE, KLIMA, REGENWASSER
Die kompakte Bauweise, hochwertige Gebäudehüllen, kurze Leitungswege, natürliche Querlüftung, außenliegender Sonnenschutz und thermische Speichermassen minimieren den Energie- und Technikbedarf. Photovoltaik, Wärmepumpen und Energiespeicher ermöglichen einen hohen Eigenversorgungsgrad und versorgen Gebäude sowie Ladepunkte für Pkw, E-Bikes und Lastenräder.
Niederschlagswasser wird möglichst zurückgehalten, versickert oder zur Bewässerung genutzt. Begrünte Freiflächen, ein baumbestandener Innenhof und bepflanzte Pergolen verbessern Retention, Verdunstungskühlung, Verschattung und Mikroklima und schaffen zugleich hochwertige gemeinschaftliche Aufenthaltsräume.

NUTZNGSKONZEPT
Eine robuste Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie, medizinischen Dienstleistungen sowie unterschiedlichen Wohnkonzepten belebt das Quartier. Publikumsintensive Erdgeschossnutzungen aktivieren die Platzflächen. Flexible Flächengrößen und Zuschnitte ermöglichen Anpassungen an zukünftige Entwicklungen des Einzelhandels. Zusammenhängende Erdgeschossflächen erlauben sowohl kleinteilige Einheiten als auch eine großflächige Nutzung durch einen Betreiber.
Innenstadtverträgliche Ladeneinheiten mit hoher Kundenattraktivität definieren den Eingangsbereich zur Großen Straße. Die flexibel und nutzungsneutral konzipierten Obergeschosse ermöglichen medizinische Dienstleistungen und unterschiedliche, auch soziale Wohnkonzepte.

ARCHITEKTUR
Die Architektur leitet sich aus dem Kontext der Innenstadt ab. In einzelne Häuserabschnitte gegliederte Fassaden vermitteln zwischen den Maßstäben der Umgebung, erzeugen eine abwechslungsreiche Straßenansicht und bilden individuelle Adressen. Die differenzierte Gebäudestruktur vermeidet die Wirkung eines Großbaukörpers und fügt sich in die kleinteilige Innenstadt ein. Eine einheitliche gestalterische Grundhaltung verleiht dem Ensemble zugleich Präsenz und Wiedererkennbarkeit. Baukörper und Platz bilden ein zusammenhängendes Gefüge, das den öffentlichen Raum fasst, Orientierung bietet und neue Aufenthaltsqualitäten schafft. Die Öffnung zum Kaponier aktiviert den Stadtraum, bindet das historische Gebäude ein und macht seine Qualität öffentlich erlebbar.

KONSTRUKTION
Vorgefertigte Holzrahmenwände, Stahlbetondecken, -stützen und -kerne sowie eine langlebige Ziegelfassade bilden eine robuste Holz-Hybrid-Konstruktion. Sie verbindet CO₂-Speicherung und kurze Bauzeiten mit hoher Ausführungsqualität, Schall- und Brandschutz, thermischer Speichermasse sowie wartungsarmen Fassaden.

PARKRAUM- UND VERKEHRSKONZEPT
Tiefgaragenstellplätze ergänzen die oberirdischen Angebote. Private und öffentliche Stellplätze werden klar getrennt und störungsfrei über die Kolpingstraße erschlossen. Der Lieferverkehr wird effizient am Neuen Markt gebündelt und beeinträchtigt die öffentlichen Aufenthalts- und Kundenbereiche nicht. Geschützte Fahrradräume, Lastenradstellplätze und E-Ladepunkte ermöglichen kurze Wege und fördern emissionsarme Mobilität.

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